Seealpen 2014 – 7. Juli 2014

Das Wetter ist morgens nicht berauschend, aber trocken. Wir beschließen uns stückchenweise in Richtung Col du Galibier vorzutasten. Die Wettervorhersage verheißt weiterhin für die nächsten Tage nichts Gutes. Teilweise nur 2-3°C auf dem Galibier. Brrr…

Entrages – Digne les Bains – La Mure – Grenoble – Aviernoz (340 km)

Wir fahren einige kleinere Cols, als wir sie bisher hatten (“Wie süß, ein Cöllchen.”) und kommen trocken bis zur Mittagspause. Das auf was wir da zu fahren sieht allerdings nicht gut aus – gar nicht gut.

Bei der Abfahrt aus Aviernoz, unserem Startort, hatten Roger und Suzanne uns mitgegeben, dass wir jederzeit anrufen und früher zurück kommen können, als geplant.  Wir beschließen abzubrechen. H-Man telefoniert mit Suzanne und bucht unser Hotelzimmer von eine Nacht Freitag auf Samstag auf zwei Nächte von heute bis Mittwoch um.  Sollte sich das Wetter nicht wesentlich bessern, fahren wir 3 Tage früher nach Hause, als geplant. Suzanne versichert H-Man, dass sie uns trocken legen, wenn wir nass werden sollten, denn in Aviernoz stürmt es grade ziemlich.

Bis 30 km vor Grenoble bleibt es trocken und wir packen unsere Ausrüstung grade noch wasserdicht ein. Ab Grenoble geht es für die letzten 120 km auf die Autobahn und es hört nicht eine Minute auf zu regnen.
Meine neuen, schon auf wasserundurchlässigkeit getesteten, Goretex-Handschuhe von Held sind nach 15 Minuten durch. Und nachdem mich ein Range Rover-Fahrer einmal komplett geduscht hat, als er mich mit rund 120 km/h auf der linken Spur überholt und dabei durch einen See fährt, fließt nun auch das Wasser an meinem Bein lang nach innen in den Stiefel. Merci beaucoup, Crétin!!

Erschwert wurde die Fahrt durch 4 Mautstellen: 2x Ticket ziehen, 2x Ticket bezahlen. Gar nicht so einfach, wenn man alles (so ziemlich) wasserdicht weggepackt hat und wieder so wegpacken muss. Nach der letzten Mautstelle habe ich es aufgegeben den nassen Handschuh wieder ordentlich über die nasse Hand zu ziehen – die letzten 12 km sitzt er auf halb acht. Egal, mehr nass ging eh nicht.

Roger und Suzanne empfangen uns mit einem Zimmer-Upgrade. Herrlich und mit jeder Menge Platz. Erstmal fluten wir jedoch das Badezimmer und legen uns trocken. Da es immer noch regnet, schnappen wir uns die Reservekleidung aus dem Kofferraum des Autos, das ja am Hotel steht.

Meine Jacke kommt über Nacht in den Heizungsraum, die Helme werden am Kinngurt im Wandschrank aufgehängt. Die Handschuhe über der Duschvorhangstange, ebenso wie die Hosen auf Bügeln.

Zum Glück ist meine Kamera, die im Hüftbeutel untergebracht und mit einer Regenhaube umwickelt war, trocken geblieben. Dafür ist der linke Verkleidungsblinker der Honda geflutet worden.
Die Regenhaube von H-Mans Hecktasche hatte nach Mautstelle 1 die Flatter gemacht – da wir grade wieder Tempo aufgenommen hatten, war da nichts mehr zu retten. Zum Glück war in der Hecktasche nichts empfindliches.

Nach der Fahrt haben wir uns das Bier aber sowas von verdient!  Draußen sehen wir noch eine Stelle mit Hagelkörnern, die langsam vor sich hin schmelzen. Gut, dass wir das verpasst haben.

Links:

Hotel Auberge Camelia – Aviernoz, Frankreich

Route:

Entrages – Aviernoz