Seealpen 2014 – 3. Juli 2014

 Jul, 03 - 2014   no comments   FotoMotorradNatur

Jausiers – Col de Restefond – Col de la Bonette – Isola – Isola 2000 – Col de la Lombarde – Ruviera – Col de Larche – Jausiers – Barcelonette – Gorges du Bachelard – Col de la Cayolle – St. Martin d’Etraunes (220,4 km)

Heute geht die Runde von Frankreich nach Italien und zurück nach Frankreich.

Nachdem wir fast am Fuß des Col de la Bonette übernachtet haben, sind wir schon um 9 Uhr auf dem Weg nach oben. Die Straße ist noch fast leer. Als wir einen kurzen Stop einlegen sage ich noch im Scherz „Und bisher keine Reisebusse. Das war vor zwei Jahren anders.“ Keine Minute später kommt ein Reisebus den Berg hoch an uns vorbei. Na gut…

Der Bus lässt sich gut überholen, macht sogar Platz und winkt mich vorbei.  Die Straßen sind in sehr gutem Zustand, lediglich einige harte Absätze hangabwärts stören etwas.
Oben angekommen drehen wir die Runde um die Cime de la Bonette, damit wir die höchste asphaltierte Alpenstraße Europas auch komplett genommen haben. Der Weg runter, Richtung Isola, lässt sich fix und flüssig fahren und ist sehr gut einsehbar. Die Straße führt mittig durch das Camp de Fourches, ein mittlerweile verfallenes Militärcamp.

Das Flusstal der Tinée (Vallée de la Tinée) ist sehenswert und gut zu befahren. Eine Baustelle zwingt uns zu einer Umleitung bei Isola. Diese hat man kurzerhand rechts schwenkend über den asphaltierten Radweg gelegt, der zwischen der Tinée (rechts) und Campingplatz und Schrebergärten (links) lang führt. Praktisch veranlagte Franzosen…

Danach geht es hinauf nach Isola 2000. Der Skiort gehört zu Isola und ist, wie Wikipedia verrät, Anfang der 70er Jahre rein nach praktischen, denn nach ästhetischen Gesichtspunkt gebaut worden. Das glaubt man sofort.
Die Auffahrt geht fix auf breiten Straßen und man kommt auf Tempo. Bis man in der ersten engen Kehre mit starker Überhöhung landet. Wow… gut, dass wir wegen entgegenkommender LKW und Bauarbeitern das Tempo runtergeschraubt hatten.

Hinter Isola 2000 wird es enger und höher. Bäume gibt es nicht mehr. Grade oben angekommen stellt man fest, dass man vor 100 m nach Italien reingefahren ist. Die Passhöhe ist auf italienischer Seite.
Die Abfahrt startet relativ flach, wenn auch eng (ein bis anderthalb Autos breit, ab und an Platz für zwei Autos), über die Höhe und ist weit einzusehen. Dann kommt der Nadelwald und die Straße bleibt so eng. Zum Glück ist wenig los und wir haben nur ab und an Motorräder als Gegenverkehr. Aber auch das bedeutet schon sich aneinander vorbei zu zirkeln. Fast in Ruviera angekommen überrascht die Straße mit 13 Kehren auf 1,5 km, teilweise im Abstand von 60 m.

Über die SS21 geht es auf gut ausgebauter Straße fix zum Col de Larche, den wir durch 18 Kehren, die alle ordentlich durch nummeriert sind, erklimmen. Kehre Nr. 19 hat man jedoch vergessen zu nummerieren, weswegen wir sie beide fast übersehen hätten.

Wieder mal hat Hermann ein Murmeltier gesichtet. Es soll sich auf dem weißen Mittelstreifen am Col de Larche gesonnt haben.

Ebenso weit, episch und fix, wie es hoch ging, geht es wieder zurück nach Frankreich nach Barcelonette.

Dort nehmen wir den Einstieg in die Gorges du Bachelard. Unglaublich was die Natur erschaffen kann. Die Straße ist in der ADAC Tourenkarte als „enge Straße“ bezeichnet ist, was nicht untertrieben ist. Nach einigen km steht ein Wohnmobil – die Beifahrerin erkundet zu Fuß, ob sie überhaupt noch weiter kommen. Sollten sie, denn Wenden war an dem Punkt auch nicht mehr möglich.

Die Straße windet sich ein bis zwei Autos breit weiter, ist aber leider mit viel Rollsplit überzogen, was das Tempo noch weiter drosselt. Zum Glück ist wenig los. Belohnt werden wir mit einer genialen Aussicht auf dem Col de la Cayolle.

Berg runter wechselt für 3 km plötzlich die Gesteinsfarbe von braun / beige auf pechschwarz und erinnert mich so an den Ätna. Ob da früher mal was aktiv war?

In St. Martin d’Etraunes finden wir ein Hotel, in dem wir die Motorräder in der Garage unterbringen können. Allerdings mit der Bitte Platz zu lassen, da noch ein Gespann-Fahrer erwartet wird.

Wir legen einen Waschabend ein und stellen dabei fest, dass nicht wir das Waschbecken zum Überlaufen bringen, sondern der Abfluss nicht dicht ist. Ein Kosmetik-Mülleimer hilft und fängt das Wasser auf.  Höflicherweise würde ich spätestens bei Abfahrt auf den Defekt hinweisen. Da meine Französisch-Kenntnisse aber nicht für die Erklärung von Klempner-Problemen ausreichen, beschließe ich, dass sie es schon verstehen, wenn ein mit Wasser gefüllter Eimer unterhalb des Abflusses steht. Excusez-moi, Monsieur 🙂

 

Links:

L’Hôtel La Vallière

Route:

Jausiers – St. Martin d’Etraunes

weitere Bilder:

 


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