• Seealpen 2014 – 9. Juli 2014

    Aviernoz – Schweiz – quer durch Deutschland – Bielefeld (950 km)

    Gegen halb zehn starten wir vom Hotel Auberge Camelia. Roger und Suzanne waren tolle Gastgeber und ich würde jederzeit gern wieder zu ihnen fahren.

    Die Schweiz ist mit Hänger eine Qual. Trotz 100 km/h-Zulassung in Deutschland dürfen wir nur 80 km/h fahren. Und wir halten uns, angesichts der Strafen in der Schweiz, penibel dran.  Das lebende Verkehrshindernis, denn LKWs halten sich nicht dran und überholen uns in einem fort.

    Bis Freiburg klappt jedoch alles ohne Probleme. Dann verlieren wir bis in die Höhe von Karlsruhe ganze 3 Stunden wegen 3 Baustellen. Wir sind genervt. Nach einigen weiteren, kleineren Staus erreichen wir gegen 22.30 Uhr das Westhofener Kreuz und sind jetzt schon länger unterwegs, als auf der Hinfahrt.  Wir hatten von einem Unfall auf der A1 bei Schwerte gehört, aber es sollte laufen. Bis sie beschlossen die Autobahn bis 24 Uhr für die Aufräumarbeiten zu sperren, als wir grade dort ankamen.  Schlussendlich waren wir um kurz nach 1 Uhr, nach 15,5 Stunden, zu Hause. Wir mussten “nur noch” den Hänger mit den Motorrädern in die Garage manövrieren und sind kurz nach halb 2 tot ins Bett gefallen.

    Schön war es trotz aller Widrigkeiten. Wir haben soviel gesehen und erlebt, dass ich das Gefühl habe nicht nur 1,5 Wochen unterwegs gewesen zu sein.  Die Seealpen und die Provence laufen nicht weg und irgendwann haben wir mehr Glück mit dem Wetter.

    Gesamt km auf dem Motorrad: 1.804,4


  • Seealpen 2014 – 8. Juli 2014

    Aviernoz

    Es regnet die Nacht durch und auch noch morgens, nachdem wir ausgeschlafen haben.  Mit dem Auto machen wir einen Ausflug nach Annecy und fahren, wie auch schon am Anfang des Urlaubs, einmal um den Lac d’Annecy. Der Regen wird so stark, dass die Straße am See teilweise überflutet wird.

    In der Innenstadt parken wir in der Tiefgarage am Rathaus, die wie eine Wendeltreppe gebaut ist.

    Zurück am Hotel beschließen wir, dass wir Urlaub haben – ein Mittagsschläfchen ist erlaubt.

    Als es nachmittags dann doch mal (kurz) aufhört zu regnen verladen wir die Motorräder auf den Hänger. Die Honda kommt dieses Mal wieder nach rechts, die KTM nach links. So können wir die Honda vor dem Festzurren auf dem Seitenständer abstellen.

    Morgen geht es zurück nach Hause. Die Idee im Schwarzwald, Odenwald, der Eifel etc. noch mal für eine oder zwei Nächte Station zu machen verwerfen wir beim Blick auf die Wettervorhersagen. Es ist überall scheußlich.

    Suzanne zaubert uns zum Abendessen ein fantastisches Käsefondue. Roger baut den großen Fernseher auf, damit wir dort das WM-Halbfinale Deutschland – Brasilien schauen können. Der französische Kommentator kündigt uns unter anderem Ümmels und Schweinsteigäähr an. Wir sind skeptisch, aber optimistisch. Es ergeht uns wie sicherlich vielen: Nach dem 1:0 beschließen wir, dass ein nervenberuhigendes 2:0 toll wäre, das wir dann auch noch bejubeln. Das 3:0 bejubeln wir verhaltener und ab dem 4:0 schütteln wir nur noch den Kopf.
    Ich empfinde Mitleid für die Brasilianer und überlege, ob sich Scolari einen anderen Pass zulegen sollte, um unerkannt und unbeschadet das Land verlassen zu können?

    Links:

    Hotel Auberge Camelia – Aviernoz, Frankreich


  • Seealpen 2014 – 7. Juli 2014

    Das Wetter ist morgens nicht berauschend, aber trocken. Wir beschließen uns stückchenweise in Richtung Col du Galibier vorzutasten. Die Wettervorhersage verheißt weiterhin für die nächsten Tage nichts Gutes. Teilweise nur 2-3°C auf dem Galibier. Brrr…

    Entrages – Digne les Bains – La Mure – Grenoble – Aviernoz (340 km)

    Wir fahren einige kleinere Cols, als wir sie bisher hatten (“Wie süß, ein Cöllchen.”) und kommen trocken bis zur Mittagspause. Das auf was wir da zu fahren sieht allerdings nicht gut aus – gar nicht gut.

    Bei der Abfahrt aus Aviernoz, unserem Startort, hatten Roger und Suzanne uns mitgegeben, dass wir jederzeit anrufen und früher zurück kommen können, als geplant.  Wir beschließen abzubrechen. H-Man telefoniert mit Suzanne und bucht unser Hotelzimmer von eine Nacht Freitag auf Samstag auf zwei Nächte von heute bis Mittwoch um.  Sollte sich das Wetter nicht wesentlich bessern, fahren wir 3 Tage früher nach Hause, als geplant. Suzanne versichert H-Man, dass sie uns trocken legen, wenn wir nass werden sollten, denn in Aviernoz stürmt es grade ziemlich.

    Bis 30 km vor Grenoble bleibt es trocken und wir packen unsere Ausrüstung grade noch wasserdicht ein. Ab Grenoble geht es für die letzten 120 km auf die Autobahn und es hört nicht eine Minute auf zu regnen.
    Meine neuen, schon auf wasserundurchlässigkeit getesteten, Goretex-Handschuhe von Held sind nach 15 Minuten durch. Und nachdem mich ein Range Rover-Fahrer einmal komplett geduscht hat, als er mich mit rund 120 km/h auf der linken Spur überholt und dabei durch einen See fährt, fließt nun auch das Wasser an meinem Bein lang nach innen in den Stiefel. Merci beaucoup, Crétin!!

    Erschwert wurde die Fahrt durch 4 Mautstellen: 2x Ticket ziehen, 2x Ticket bezahlen. Gar nicht so einfach, wenn man alles (so ziemlich) wasserdicht weggepackt hat und wieder so wegpacken muss. Nach der letzten Mautstelle habe ich es aufgegeben den nassen Handschuh wieder ordentlich über die nasse Hand zu ziehen – die letzten 12 km sitzt er auf halb acht. Egal, mehr nass ging eh nicht.

    Roger und Suzanne empfangen uns mit einem Zimmer-Upgrade. Herrlich und mit jeder Menge Platz. Erstmal fluten wir jedoch das Badezimmer und legen uns trocken. Da es immer noch regnet, schnappen wir uns die Reservekleidung aus dem Kofferraum des Autos, das ja am Hotel steht.

    Meine Jacke kommt über Nacht in den Heizungsraum, die Helme werden am Kinngurt im Wandschrank aufgehängt. Die Handschuhe über der Duschvorhangstange, ebenso wie die Hosen auf Bügeln.

    Zum Glück ist meine Kamera, die im Hüftbeutel untergebracht und mit einer Regenhaube umwickelt war, trocken geblieben. Dafür ist der linke Verkleidungsblinker der Honda geflutet worden.
    Die Regenhaube von H-Mans Hecktasche hatte nach Mautstelle 1 die Flatter gemacht – da wir grade wieder Tempo aufgenommen hatten, war da nichts mehr zu retten. Zum Glück war in der Hecktasche nichts empfindliches.

    Nach der Fahrt haben wir uns das Bier aber sowas von verdient!  Draußen sehen wir noch eine Stelle mit Hagelkörnern, die langsam vor sich hin schmelzen. Gut, dass wir das verpasst haben.

    Links:

    Hotel Auberge Camelia – Aviernoz, Frankreich

    Route:

    Entrages – Aviernoz